 |
 |
Lebenslauf
Ursula Eggli wurde 1944 als älteste von drei Geschwistern in einem kleinen Dorf im Kanton Zürich (Schweiz) geboren. Wie ihr jüngster Bruder Christoph leidet sie an Muskelschwund, einer zunehmenden Muskelschwäche. Seit ihrer Kindheit ist sie im Rollstuhl und bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen. Sie stammt aus einer Arbeiterfamilie. Der nicht behinderte Bruder Daniel Eggli, (verstorben 2001) war ein bekannter Gastrokritiker und Herausgeber verschiedener Zeitschriften. Christoph Eggli war bekannt als Maler ausdruckstarker Bilder, in denen er sich mit seiner Behinderung und der Gesellschaft auseinandersetzte. In Folge zunehmender Behinderung ist er nicht mehr in der Lage zu malen. Seit 2000 lebt er in Bali.
Die Schulzeit verbrachte Ursula Eggli in einem Heim für mehrfach behinderte Kinder bei St. Gallen. Dann lebte sie 14 Jahre bei ihren Eltern und verbrachte die Zeit mit Kärtchen und Kleiderbügeln bemalen.
1969 gründete sie den Ce Be eF (Club Behinderter und ihre Freunde) eine Selbsthilfeorganisation, die sich zur Aufgabe setzt, die Situation von Behinderten und Nichtbehinderten in unserer Gesellschaft zu verbessern. Ursula Eggli leitete den Verein bis Herbst 1981. 1990 wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt.
Ende 1973 zog sie in eine Wohngemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter in Burgdorf, die auf ihre Initiative hin entstanden ist.
Anfangs 1977 löste sich die Wohngemeinschaft auf, und Ursula Eggli wechselte in ein Behindertenheim in Bern.
Ende 1977 erschien ihr erstes Buch «Herz im Korsett», Tagebuch einer Behinderten, das in Deutschland und in der Schweiz unerwarteten Erfolg hatte.
Seit März 1981 lebt Ursula Eggli wieder in einer Wohngemeinschaft in Bern.
1982 gründete sie mit ihrer Freundin Rita Hubrich zusammen den RIURS Verlag, um ihre weiteren Bücher selber herauszugeben.
1985 Förderungspreis der Stadt Bern
19871991 Mitglied der Literaturkommission Bern
1990 Mitbegründerin und Mitarbeit im Vorstand des Netzwerk schreibender Frauen.
1998 wurde die WG umgewandelt in eine Hausgemeinschaft und Ursula Eggli organisiert ihren Haushalt mit Hilfe von persönlicher Assistenz selbst.
Mitglied von AdS (Autorinnen und Autoren der Schweiz ), des Schriftstellervereins Bern und verschiedener Behinderten- und Frauengruppierungen. Aktiv in der Frauen-, Behinderten-, Homosexuellen- und Schriftstellerinnenbewegung. Mitarbeiterin oder Leiterin verschiedener Kurse. Sie organisierte Ferien und Reisen für Behinderte und Nichtbehinderte und leitete Lager für behinderte Kinder. Gelegentliche Mitarbeiterin der DRS 1 Kinderstunde «Chinderclub». Weiter hält sie Vorträge an Schulen und in Vereinen. Ihre Hobbys sind Reisen, Lesen, Schreiben und in die Wolken gucken.
|
|
 |
|
Selbstportrait
Als was würde ich mich am liebsten vorstellen? Vielleicht als Freakfee, «dFee mit dä vier Rädli am Füdli», wie es bei den Kindern heißt: alt, grauhaarig, etwas schrullig, wirft Klischees und Vorstellungen über den Haufen. Ja, als dies sehe ich mich auch: durch die blosse Existenz ein Fragezeichen zu sein, eine Infragestellung, bei den Schreibenden, in der Frauenbewegung
Behinderte Frau
Schriftstellerin? Lesbe? Feministin? Die Begriffe passen nicht zum Bild der hilfsbedürftigen Behinderten. Hie und da erleb ich mich als Kassandra. Welch Schreibende fühlt sich nicht verwandt mit jener erfolglos Warnenden? Manchmal wäre ich gern eine Hexe, im Geheimen, unerkannt, denn das entsprechende Feuer fürchte ich wie alle sich erinnernden Frauen. Und in solchen Momenten der Angst wünsche ich mir, selber Feuer zu sein, oder Wasser, oder Luft: eins mit den Naturmächten
Dieses Selbstporträt ist der Bibliographie der «Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller», Bern 1997, entnommen. |
|
 |
|
 |
|
Werkverzeichnis
|
|
Bücher
Herz im Korsett Tagebuch einer Behinderten (1977)
Zytglogge Verlag, 3073 Gümligen
Neuauflage als Taschenbuch 1990
Geschichten aus Freakland (1979)
St. Arbogast Verlag, 4132 Muttenz
Fortschritt im Grimmsland, für Mädchen und Frauen (1982)
RIURS Eigenverlag, Wangenstr. 27, 3018 Bern
Freakgeschichten, für Kinder und Erwachsene (1983)
Erweiterte und illustrierte Neuauflage von «Geschichten aus Freakland»
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Die Blütenhexe und der blaue Rauch, ein modernes Märchen (1984)
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Die Zärtlichkeit des Sonntagsbratens (1986)
zusammen mit Christoph und Daniel Eggli
Zytglogge Verlag, 3073 Gümligen
Sammelbammel und Rollstuhlräder, Kinderroman (1987)
zusammen mit Hagen Stieper
Zytglogge Verlag, 3073 Gümligen
Neuauflage mit Bildern 1991
Märchen Geschichten über Geschichten (1988)
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Kassandrarufe, Kolumnen (1989)
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Jürg von Spreitenbach, Roman (1993)
Edition Hans Erpf, 1797 Münchwilen
Ralph und Luc im Freakland Wo Behindertensein normal ist (1998)
Bilderbuch mit Illustrationen von Rolf Imbach
Verlag SVCG Solothurn
Das WG Jahr mit Samuel oder Merry Christmas (2000)
Lebenshilfe, Friedersdorf 2000
Elen-ohr 31 Elefantengeschichten (2002)
RIURS Eigenverlag Wangenstrasse 27 3018 Bern
Ein Hallo aus der Glasglocke, Briefe über Grenzen (2004)
AG SPAK Bücher, Neu-Ulm
Schneeweisschen ganz cool oder Frösche stressen (2004)
RIURS Eigenverlag Wangenstrasse 27, 3018 Bern
|
|
 |
|
Geschichten oder Artikel in Büchern
Das Kind in "Weihnachtliche Geschichten" (1978)
St. Arbogast Verlag, 4132 Muttenz
Beunruhigt dich das nicht, Gott? in "Im Beunruhigenden" (1980)
Verlag Ruth Mayer
Im Lande Pax in "Frauen erfahren Frauen" (1982)
Verlag Ruth Mayer
Sri Lanka in "Lesbische Träume" (1989)
tna Verlag, D-5531 Hohenfels
Weihnachten in "Hexen- und Feengeschichten" (1992)
Arena Verlag GMBH, D-8700 Würzburg
MS Helvetia in "Alpha 50" (1992)
Verlag Literatur Zeitung
Rollingbrothers in "Drehpunkt" (1993)
Verlag Literatur Zeitung
Auch Engel haben keinen Sex
in "Auf einem Auge blind zu sein, heisst auf einem Auge sehen" (1993)
IKW, D-3200 Hildesheim
Der besondere Egoismus Behinderter in "Texte schlagen Brücken" (1994)
Nous Verlag Tübingen
Randgruppe in der Randgruppe in "Anna liebt Eva" (1994)
Verlag Lesbeley
Aus dem Tagebuch einer Behinderten in "Texte schlagen Brücken" (1994)
Zweimal Abschied in "Sie ist gegangen" (1997)
Orlanda Verlag (D)
Splitter einer Freundschaft in "Zwischentöne" (1997)
Huber Verlag (CH)
|
|
 |
|
Weitere Werke (Radio, Theater, Film)
D'Anita chunnt Hörspiel
zusammen mit Beat Weber
S'Lichemahl Hörspiel
zusammen mit Jakob Gillmann und Peter Fahr
Songtexte zum Jugendmusical Rock'n Tell (1991)
Fortschritt im Grimmsland Theater für Frauen (1985/86)
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Herz im Korsett, Theater
Das Kind, Theater
bearbeitet von Adolf Winiger
St. Arbogast Verlag
Die Abenteuer von Elenor,
30 Kurzhörspiele im Chinderclub Radio DRS (1992/93
Behinderte Liebe
Mitarbeit am Expose zum mehrfach ausgezeichneten Film von Marlis Graf, bei dem sie auch selber mitwirkte.
B'Kalender 81 und 82
Zytglogge Verlag, 3073 Gümligen
Puls Zeitung von und für Behinderte und Nichtbehinderte
Mitbegründerin und Mitarbeiterin
Lebenskandidaten (1994)
Wir lassen uns nicht begraben ehe wir tot sind
Attempo Verlag - Mitarbeit und Beiträge
Büchlein aus Schreibwerkstätten und Märchen-Workshops
Gruselburg, behinderte Kinder erzählen (1984)
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Die Monster vom Gwatterwald, behinderte Kinder erzählen (1988)
RIURS Eigenverlag Wangenstr. 27, 3018 Bern
Das Schloss im Burgund (1996)
Krebskranke Jugendliche erfinden Märchen, hergestellt Michael Wernen
Muskelkranke in Davos (1996)
Artikel, Kolumnen und Zeichnungen in diversen Zeitschriften
|
|
|